Posts on Mar 2016

Studien zu Tai Chi und Qi Gong

Immer mehr Studien zeigen die gesundheitlichen Wirkungen des Qi Gong und Tai Chi Trainings

Da mich vor kurzem eine Dame fragte, ob sie auch trotz ihrer Rückenbeschwerden zu uns zum Tai Chi bzw. Qi Gong Training kommen könnte, möchte ich euch hier kurz einige Studien auflisten, in denen die Wirksamkeit dieser Künste auf die Gesundheit getestet wurden.

Dabei möchte ich auch festhalten, dass bisher in keiner mir bekannten publizierten Studie unerwünschte Nebenwirkungen vorkamen; Qigong und Tai Chi Training ist einfach, effektiv und sicher.

Hier also eine kleine Auswahl:

Tai Chi ist gut für Herzpatienten.

Tai Chi ist gut für’s Gehirn. (Artikel in Englisch)

Tai Chi hilft Stress abzubauen Artikel 1, Artikel 2 und Artikel 3.

Qi Gong hilft die Lebensqualität zu verbessern untersucht bei Frauen unter Bestrahlung.

Eine Metastudie gelangte bei der Auswertung 26 veröffentlichter klinischer Studien zu folgenden positiven Wirkungen von Qi Gong:

positive Wirkung auf Blutwerte (Erhöhung der Zahl der Lymphozyten, Senkung des Cholesterinspiegels)

auf die Herzfunktion (Erhöhung des Schlagvolumens, frühe transmitrale Spitzenfüllgeschwindigkeit, späte transmitrale Spitzenfüllgeschwindigkeit, Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks)

auf die Lungenfunktion (Erhöhung der exspiratorischen Vitalkapazität und der exspiratorischen Einsekundenkapazität)

und auf die Stimmung (Depressionswerte).

Die Autoren sehen die Ursache dieser Veränderungen in der stressreduzierenden Wirkung des Qi Gongs.

Qi Gong wird unter anderem empfohlen als unterstützende Massnahme bei COPD.

Qi Gong kann das Schmerzniveau bei Schmerzpatienten senken.

Qi Gong kann helfen das Stressniveau von Schülern zu senken und das Selbstbild zu verbessern.

Qi Gong kann bei Tinnitus helfen.

Zusammenfassende Studie über die Ähnlichkeit der Wirkungen von Qi Gong und Tai Chi.

Qi Gong kann Patienten mit Osteoarthritis im Knie helfen.

Qi Gong kann den Schlaf verbessern.

Qi Gong bei Parkinson.

 

Foto des Beitrags mit freundlicher Genehmigung von Aurele Haupt.

 

Unser neuer Trailer ist online!

Viel Spaß beim Ansehen!

Die Kunst des „Nichts“

Das Nirvana der Wiederholung

In unserer modernen Welt sind wir es gewohnt immer wieder neue Reize aufzunehmen und zu verarbeiten.

Auch im Training spielt Variation der Übung eine wichtige Rolle. Gerade die Kampfkünste sind ja dafür bekannt, den Körper ganzheitlich zu trainieren. Aber auch die geistige Entwicklung der Schüler ist bekanntermassen ein wichtiger Aspekt traditioneller Kampfkünste.

Trainierende sollen sich selbst besser kennenlernen, in dem sie immer wieder an ihre Grenzen gebracht werden, körperlich als auch psychisch. So wächst das Bewusstsein für den eigenen Körper und das Verständnis für die Funktionsweise des eigenen Geistes.

Das setzt ein gewisses Vertrauen in den gewählten Lehrer voraus.

Ein wichtiger Aspekt in der traditionellen buddhistischen Kampfkunst ist das Wiederholen der Übung, ähnlich wie man ein Mantra wiederholt. Der Affengeist (=unsere Anteile des Gehirns, die immer durstig nach Neuem sind) soll durch die Übung beruhigt, bzw. „besiegt“ werden. Natürlich gibt es körperliche Grenzen, aber diese werden durch kontinuierliches Training immer mehr in den Hintergrund treten. 

Durch Wiederholung der immer gleichen Übung wird dem „hungrigen Affengeist“ die Nahrung entzogen. Er wird zwar versuchen durch Entsendung von massiver Unlust bis hin zu Ärger und Wut den Übenden dahin zu bewegen mit der Wiederholung der Übung aufzuhören. Doch wer stark im Geiste bleibt und sich von diesen Hindernissen nicht abbringen lässt, der wird reich belohnt.

Die Frucht der Übung der monotonen Wiederholung ist das Nichts.

Das klingt jetzt nicht besonders aufregend, ist aber die Grundlage des reinen Seins, die Überwindung des „Ichs“.Das soll nicht heissen, dass das „Ich“ sich auflöst. Nein, es wird zu einem Werkzeug, so wie wir die Hände als Werkzeuge nutzen. Wir sind nicht mehr gefangen von ihm, wie ein kleines Kind, dass sich leicht einfangen lässt, von der Faszination eines Computerspieles. Das „Ich“ bietet so viele bunte Facetten, dass wir uns auch als Erwachsene völlig darin verlieren können.

Monotonie wird in vielen Geistesschulen als Grundlage praktiziert um die Achtsamkeit zu schulen, so im Zen, Theravada-Buddhismus, tibetischen Buddhismus usw.

Es gibt eine alte Zen Geschichte, die die Wirkung der Übung auf den unruhigen Affengeist veranschaulichen soll (wir sagen dazu „der Affengeist“, unser Lehrer Meister Lao Vongvilay entstammt einer Theravada Linie der thailändischen Wald- und Wandermönche):

„Der Ochse und sein Hirte“ (Wikipedia-Artikel)

Wer diese Geschichte liest, frägt sich vielleicht: „Wozu die ganze Mühe, wenn am Schluss alles so ist, wie immer?“

Alles ist so wie immer, mit dem Unterschied, dass das Bewusstsein gewachsen und gereift ist, die Illusionen gefallen sind und innere Freiheit erlangt wurde.

Während der Ochse noch ungezähmt ist wird sich im Gehirn ein regelrechter „Krieg“ abspielen. Wenn die wahren Gegner in den Ring steigen: die Unlust, Müdigkeit, Verlangen, etc. gegen den Willen sich selbst zu zähmen und inneren Frieden zu finden.

Der Wille muss stark genug sein um die Unlust zu besiegen, und das wieder und wieder. 

Umso mehr „Schlachten“ siegreich geschlagen werden im Kopf, umso mehr wächst die Kontrolle. Kontrolle klingt sehr hart, doch wird dies zu einer mühelosen, natürlichen Kontrolle. Eher zu einer Art kooperativem Zusammenspiel von Fähigkeiten, Wissen, Gefühlen und Zielvorgaben.

Auf diese Art und Weise kann die Kontrolle mehr und mehr losgelassen werden, wie bei einem Kind, dem man immer mehr Verantwortung  überlässt, weil man weiss, dass es von alleine die richtigen Entscheidungen treffen wird.

Oft fällt das Loslassen nicht leicht, beim eigenen Kind genauso wie bei den liebgewordenen Regeln. Loslassen bedeutet auch nicht, dass man die selbstauferlegten Regeln missachtet. Aber doch Freiheit darüber erlangt.

In diesem Loslassen entsteht Freiheit und Frieden.

Freiheit und Frieden mit Gelassenheit seinen Weg zu gehen. Das Leben zu gestalten…

 

Wer noch mehr zu dem Thema hören möchte dem kann ich sehr dieses Hörbuch aus dem Zen empfehlen, übermittelt von Shunryū Suzuki:

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*Der Tigerbericht“ target=“_blank“>*Der Tigerbericht

 

 

 

 

Training der Willenskraft und Schmerzen

Bereit für mehr Selbständigkeit und Freiheit?

Die Pferdestellung ist aus unserem Kampfkunsttraining nicht wegzudenken. Sie stärkt vor allem die Willenskraft. Jeder der sie kennt, weiss von was ich spreche. 

Oft folgen wir unserem müden Geist der Bequemlichkeit in uns, der sagt:“lass das doch, hör auf, du bist zu klein, zu gross, zu dick, zu dünn, du hast das nicht nötig, du bist unfähig und untalentiert, usw.“

Was folgt ist: wir lernen nicht mit dem Problem umzugehen, daran zu wachsen, die Kontrolle über die Situation zu behalten.

Andersherum führt das regelmässige meistern seines persönlichen „HorseStance“ – Levels zu mehr Resilienz. Das heisst mehr Zutrauen in sich und so auch im übrigen Leben, sich nicht aufzugeben und unbeirrt seinen Weg zu gehen, auch wenn Hindernisse kommen, Schmerzen, Probleme. 

Gerade die moderne Schmerzforschung zeigt, dass Schmerzen zu 100% im Kopf entstehen (nachdem entschieden wurde nozizeptive Reize aus dem Körper als bedeutend einzustufen und sie im Grosshirn zu Schmerzsignale umzuwandeln). Während der Pferdestellung lernt der Organismus, Schmerzen die bereits in den Vordergrund treten wieder zurückzustellen und die Wahrnehmung mit etwas neutralem wie der Atmung zu beschäftigen.

Auf dem Foto ist Andi zu sehen, noch ein relativ neuer Schüler an unserer Kampfkunstschule. Er hat bereits gezeigt, dass er trotz auftretender Probleme genug Willenskraft hat, sich nicht von seinen Zielen abbringen zu lassen. Er geht den Problemen die sich ihm auf den Weg stellen auf den Grund, versucht sie zu lösen und weiter zu gehen.

Meister Lao Vongvilay sagte oft:

„Wenn wir zwei Schritte zurück gehen müssen, dann sollten wir in der Folge versuchen 3 Schritte vorwärts zu gehen“

Das heisst auch durch Rückschläge sollte man sich nicht allzu sehr beirren lassen. Mit Beharrlichkeit wird man an sein Ziel kommen. 

Oder wie Albert Einstein sagte:

„Ein Genie besteht aus 1% Talent und 99% harter Arbeit!“

Wer noch mehr zu dem Thema lesen möchte sei hier noch ein Link empfohlen:

 Thema „Willenskraft-Erfolg-Sport“ auf t3n

http://t3n.de/news/willensstaerke-talent-herausforderungen-636163/